Fink-Studie 2018: McKinsey bleibt Goldstandard, Oliver Wyman greift an

Wenige Analysen zum deutschen Beratungsmarkt finden so große Beachtung wie die von Professor Dietmar Fink. Soeben hat das manager magazin in seiner aktuellen Printausgabe (09/2018) exklusiv die Ergebnisse der neuen Studie von Fink und seinem WGMB-Team veröffentlicht. Um es vorwegzunehmen: Auch im Jahr 2018 findet sich McKinsey an der Spitze der Bewegung. Auf die wichtigste aller Fragen, wie zufrieden die Kunden insgesamt mit ihren Beratern sind, antworteten die teilnehmenden 1.032 Führungskräfte von Großunternehmen mit mindestens 500 Mio. Euro Umsatz:

Fink Top5
Die besten Ratgeber – mit wem die Kunden am zufriedensten sind. Punkte auf einer Skala von 250 (sehr gering) bis 500 (sehr hoch); in Klammern: Veränderung ggü. 2015. Grafik: Consultant Career Lounge, Quelle: manager magazin / WGMB

McKinsey kann auch in einer Reihe entscheidender Einzeldisziplinen den diesjährigen Titel einfahren: Die Meckies sind nicht nur in den Branchensegmenten Banken & Versicherungen, Chemie & Grundstoffe, Konsumgüter & Handel und Telco, Media, IT und Hightech an der Spitze. Sie konnten scheinbar auch in den fachlichen Bereichen M&A, Post Merger Integration, Marketing & Vertrieb, Operations und Organisation & Talent Management am besten überzeugen. Hauptkonkurrent BCG vermag es nur in den Disziplinen Automotive, strategische Planung und Innovation & Wachstum, den Branchenprimus zu überflügeln.

Schenkt man der Fink-Studie Glauben, sind die McKinsey-Berater bei den Kunden am besten angesehen, bringen die besten analytischen Fähigkeiten und methodischen Kenntnisse, das beste Fachwissen und die größte Branchenkompetenz mit. BCG wird in diesem Duell hingegen kommunikativer und besser im Vorausdenken gesehen.

Spannend ist der Blick auf die Reihe der Verfolger: Als zweiter Gewinner des aktuellen Rankings kann Oliver Wyman (OW) gesehen werden. Zwar kann OW keine Teildisziplin für sich gewinnen, spielt aber über viele Dimensionen hinweg gut mit und kann bei der Gesamtzufriedenheit einundzwanzig Punkte hinzugewinnen, positioniert sich damit auf Platz vier des Zufriedenheitsrankings. Ausgemachtes Ziel von OW und Deutschlandchef Kai Bender ist es zwar, die Nummer drei unter den Top-Strategieberatungen zu werden. In der Kundenwahrnehmung und entlang des weltweiten Umsatzes rangiert hier jedoch nach wie vor Bain & Company. Der sportliche Wettkampf um das Bronzetreppchen ist also nach wie vor in vollem Gange.

Wirtschaftlich erfolgreich und dennoch Absteiger

Im Ansehen verloren haben laut Fink drei Firmen, die sich wirtschaftlich ebenfalls mehr als passabel entwickeln. Roland Berger steuert laut Deutschlandchef Stefan Schaible 2018 auf ein Rekordergebnis zu; die Auftragseingänge lägen im ersten Halbjahr um 25 Prozent über jenen im Vorjahreszeitraum, heißt es im Gespräch mit dem manager magazin. Im Fink-Ranking findet sich Roland Berger jedoch ebenso wenig unter den Top 5 wie Strategy&. Als Strategiesparte des „internationalen Multispezialisten“ PwC kann Strategy& offenbar nicht mehr den gleichen Glanz ausstrahlen wie dies die ursprüngliche Marke Booz & Company noch vermochte. Nach dem Aufkauf von Booz durch PwC rutscht die 2014 entstandene Marke Strategy& hinter den direkten Wettbewerber Deloitte, der sich einen respektablen fünften Platz des diesjährigen Fink-Rankings ergattert.

Als letzter im Bunde der Absteiger fliegt auch A.T. Kearney aus der Wertung: Die Klienten schreiben dem Unternehmen zwar Kompetenzen in den Kategorien Automotive, Telco, Media, IT & Hightech sowie im Operations Management zu. Ein gewisser personeller Aderlass und eine Restrukturierung in eigener Sache haben jedoch vermutlich dazu geführt, dass man nicht mehr so hoch in der Gunst der Auftraggeber steht.

Das weitere Feld jenseits der großen Managementberater

Und sonst? Darüber hinaus dürfen sich Accenture (Champion in den Feldern: Ideen umsetzen, Digitalisierung, Business Technology), AlixPartners (Restrukturierung & Transformation), Capgemini (Preiswert) sowie PwC (Teamplayer) über Kundenauszeichnungen in Teildisziplinen freuen.

Dass sich nur Großberatungen unter den Platzierten wiederfinden, liegt dabei nicht an der mangelnden Kompetenz der kleineren Akteure. Vielmehr liegt dies am Studiendesign: Fink & Co. fragten nur die acht größten Managementberatungen in Deutschland, die Consulting-Einheiten der Big Four (PwC, EY, KPMG und Deloitte) sowie die IT-nahen Berater Accenture und Capgemini ab. Hidden Champions im deutschen Beratungsmarkt dürfen sich in drei Jahren wieder über eine separate Auszeichnung freuen. Hier bleibt spannend abzuwarten, welcher heutige Hidden Champion im Jahr 2021 noch unabhängig ist und nicht längst von einem der Großen geschluckt wurde.

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