Champion im Bereich Lean Management an der Schwelle zu weiterem Wachstum – Interview mit Michael Hahn, Vorstandsmitglied der Staufen AG

Herr Hahn, Sie wurden zu Jahresbeginn in den Vorstand der Staufen AG berufen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser neuen Aufgabe. Was sind die zentralen Inhalte Ihrer neuen Rolle?

Wir fokussieren uns derzeit zum einen auf unsere Kernbranchen, erschließen aber gleichzeitig neue Dienstleistungsfelder. Wir wollen unseren nachhaltigen Beratungsansatz optimal mit aktuellen Themen wie Agilität, Digitalisierung und Individualisierung verzahnen. Einer meiner Schwerpunkte ist daher, unsere Business Units, Beraterteams und Mitarbeiter entsprechend auszurichten.

Die Staufen AG ist ein inhabergeführtes Umfeld. 1994 wurde das Unternehmen von Ralf Stokar von Neuforn (Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Martin Haas gegründet. Martin Haas hat zusammen mit Wilhelm Goschy das Unternehmen als Vorstand in den letzten Jahren geführt. Deutet sich mit der Erweiterung des Vorstandes um Ihre Person und Herrn Markus Riegger, der künftig das internationale Beratungsgeschäft verantwortet, ein Generationenwechsel an?

Die Strategie unserer Gründer Martin Haas und Ralf Stokar von Neuforn ist schon seit vielen Jahren, Leistungsträger langfristig an Staufen zu binden. Es gilt, eine Partnerschaft aufzubauen, die das Unternehmen auch in Zukunft weiterführen und entwickeln kann. Wenn Sie so wollen, ist die Berufung von Markus Riegger und mir ein weiterer Schritt und ein Signal in diese Richtung. Der erweiterte Vorstand ermöglicht zudem eine klare Verteilung von Rollen und Aufgaben. So können wir uns besser auf die wesentlichen Herausforderungen der Zukunft fokussieren.

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Der Vorstand der Staufen AG (von links): Markus Riegger, Martin Haas (CEO), Michael Hahn, Wilhelm Goschy

 

Sie sind bereits seit dem Jahr 1999 Teil der Erfolgsgeschichte der Staufen AG. Was zeichnet Ihr Unternehmen aus und differenziert es von anderen Beratungen?

Unsere große Stärke ist, dass wir unsere Kunden partnerschaftlich und nachhaltig entwickeln. Wir unterstützen sie vor allem pragmatisch und mit umfangreicher Praxiserfahrung. Unser Blick richtet sich nicht ausschließlich auf die Prozesse, für uns stehen die Menschen im Mittelpunkt. Das zeigt sich in unserem Beratungsansatz, der großen Wert auf Training und Coaching legt. Dabei verfahren wir in der Regel nach unserem System Sehen – Lernen – Handeln – Leben. Wir beginnen mit einer BestPractice-Erfahrung bei einem unserer mehr als 70 Partnerunternehmen. Dort können sich unsere Kunden davon überzeugen, wie eine nachhaltige Lean Transformation erfolgreich gelingen kann. Dann qualifizieren wir Führungskräfte für die folgenden Schritte, wir definieren mit ihnen gemeinsam Maßnahmen und Handlungsmuster. Mit unserer Begleitung integrieren Führungskräfte und Mitarbeiter dann eine neue Unternehmenskultur dauerhaft in den Arbeitsalltag. Zudem bieten wir ein umfassendes Akademieprogramm.

Wie beschreiben Sie die Unternehmenskultur?

Eine Unternehmenskultur zu beschreiben, ist wirklich schwer, denn Kultur muss man leben und erleben. Sicherlich zeichnet uns ein großer Teamgeist aus und die Leidenschaft, mit der wir zusammenarbeiten. Die Feedbacks unserer Kunden bestätigen mir immer wieder, dass dieser Spirit spürbar bei ihnen ankommt und sich sehr positiv auf die Projekte auswirkt. Ebenso wichtig wie die professionelle Projektarbeit bei und mit unseren Kunden ist die gemeinsame Zeit, in der wir selbst Erfolge feiern. Wir pflegen über alle Ebenen ein sehr offenes Verhältnis, leben und wachsen durch den täglichen Austausch miteinander. Was wir bei unseren Kunden umsetzen, gilt selbstverständlich für uns selbst: Man sollte stets nach Verbesserung streben. Nicht einmal im Jahr, sondern jeden Tag. Nicht an einer Stelle, sondern überall. Auch in Organisationen, die bereits exzellent aufgestellt sind, gibt es immer noch Potenzial. Und das ist mit Blick auf die Zukunft auch notwendig. Schließlich sind die Märkte in Bewegung und der Konkurrenzdruck ist enorm. So wie wir unseren Kunden dabei helfen, schnell die richtigen Veränderungen in die Wege zu leiten und eine nachhaltige Veränderungskultur zu verankern, so stellen wir uns auch selbst immer wieder auf den Prüfstand.

Und worin liegen die Herausforderungen, die Sie mit Staufen in den kommenden Jahren angreifen möchten?

Wir wollen weiter profitabel wachsen, sowohl in Deutschland und Europa als auch an unseren Standorten in Asien sowie Nord- und Südamerika. Die Entwicklung des bestehenden Personals spielt dabei eine wichtige Rolle, aber wir wollen auch neu rekrutieren. Eine wesentliche Herausforderung wird also sein, Mitarbeiter zu gewinnen und sie professionell in unsere Organisation zu integrieren. Wir legen den Fokus auf fachliche Expertise und Erfahrung ebenso wie auf unternehmerischen Weitblick. Dabei müssen unsere Mitarbeiter in der Lage sein, sich im Umfeld von Konzernprogrammen und -initiativen ebenso sicher zu bewegen wie im Mittelstand. Unser Anspruch ist, dauerhafte Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Mitarbeiter sollen langfristig die Möglichkeit erhalten, in der Beratung zu arbeiten. Daher müssen wir uns auch weitere Gedanken zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen. Themen wie Teilzeitarbeit oder Sabbaticals werden für uns insgesamt wichtiger.

Sind die Themen Lean Management und Operational Excellence in Zeiten von Design Thinking und innovativen, digitalen Geschäftsmodellen überhaupt noch en vogue?

Lean Management ist nach wie vor die Basis für schlanke und effiziente Prozesse sowie kurze Durchlaufzeiten. Man könnte auch sagen, es ist die Grundlage dafür, um schnell, flexibel und agil auf Kundenanforderungen zu reagieren. Auf dieser Basis lassen sich innovative, digitale Geschäftsmodelle, Smart Solutions und ähnliches aufbauen. Gerade diese Verzahnung von Lean Prinzipien mit entsprechenden neuen Methoden und Arbeitsweisen steht in unseren Kundenprojekten derzeit fast täglich auf der Agenda und ist eine sehr spannende Herausforderung.

In Ihrer neuen Rolle werden Sie sich künftig noch intensiver mit der Personalentwicklung beschäftigen. Was können zukünftige Mitarbeiter der Staufen AG an Förderung und Qualifizierung erwarten?

Wir arbeiten in vielseitigen Projekten bei Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Daher qualifizieren wir unsere Mitarbeiter in vielfältigen Themenbereichen und Beratungsansätzen. In der Personalentwicklung überlassen wir nichts dem Zufall, sondern planen systematisch mit einem individuellen Zuschnitt. Unser Ausbildungsprogramm ist breit aufgestellt. Mitarbeiter profitieren von internen und externen Seminaren, dabei nutzen wir auch die Kompetenz unserer Akademie. Wir setzen auf individuelles Training ebenso wie auf unser virtuelles Staufen Learning Center. Dazu gibt es konzentrierte Fortbildungsprogramme wie die Summer- und Winterschool, aber auch Sprachreisen, die unter anderem auf spannende, internationale Projekte vorbereiten. Neue Mitarbeiter lernen zudem von Mentoren, also erfahrenen Beratern direkt beim Kunden, oder im Sparring mit unserem Competence-Development-Team. Großen Wert legen wir auf eine Feedback-Kultur. Es geht uns darum, dass Mitarbeiter jederzeit überprüfen können, ob sie das Gelernte optimal anwenden. Aus diesem Grund gibt es regelmäßige Projekt-Feedbacks sowie Halbjahres- und Jahresendgespräche. Wir folgen dabei einem nachvollziehbaren Prozess: Von einer gemeinsamen Standortbestimmung aus wird der nächste Schritt auf der Karrieretreppe somit sehr transparent vorbereitet.

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Welches Profil sollte ein Interessent mitbringen, was sind die Entscheidungskriterien?

Wer sich für die Mitarbeit bei Staufen interessiert, sollte unsere Überzeugung teilen, dass in jedem Unternehmen ein noch besseres steckt. Und Begeisterung dafür mitbringen, dieses Credo bei unseren Kunden zu verwirklichen. Wir wollen Unternehmen auf dem Weg zur Spitzenleistung begleiten, dafür benötigt man Leidenschaft und ein Gespür für Unternehmertum. Ganz entscheidend ist auch die Freude an der Arbeit mit Menschen. Schließlich ist der Kern unserer Tätigkeit, deren Fähigkeiten und Verständnis für neue Herangehensweisen zu entwickeln. In unserem Unternehmen herrscht ein ebenso menschlicher wie bodenständiger Umgang. Wir verstehen uns als Gemeinschaft, die in unkomplizierter Kooperation gemeinsame Ziele verfolgt.

Zu Staufen führen mehrere Türen. Die erste steht Consulting Professionals offen, die zweite ist für Corporate Services vorgesehen und die dritte öffnet sich für Schulabgänger und Studierende. Aktuelle Stellenausschreibungen veröffentlichen wir auf unserer Website.

Wie läuft der Bewerbungsprozess bei der Staufen AG ab?

Bewerbungsunterlagen prüfen unsere HR-Business-Partner sowie die zuständigen Fachbereiche schnellstmöglich. Wir wollen den Bewerbungsprozess so schlank und rasch wie möglich, aber auch so gründlich wie nötig gestalten. Wenn ein Bewerber in unser Unternehmen passen könnte, folgt zunächst ein Telefoninterview. Bei positivem Verlauf laden wir danach zu einem ersten persönlichen Gespräch ein und treffen dann eine engere Auswahl in einem zweiten Interview. Je nach Position können auch fachbezogene Case Studies, Präsentationen oder Hospitanzen Bestandteil des Bewerbungsprozesses sein.

Nachdem Ihr Haus auch im Jahr 2017 wieder wachsen konnte und 280 Mitarbeiter rund 56 Millionen Euro erwirtschaftet haben: Was sind die Wachstumsziele für das Jahr 2018?

Unser Ziel ist ein weiteres Wachstum um etwa 10 Prozent. Neben den bereits geschilderten strategischen Ansätzen setzen wir dabei auf den Ausbau unseres Auslandsgeschäfts. Ebenso treiben wir die Entwicklung des im vergangenen Jahr gegründeten Tochterunternehmens Staufen Digital Neonex voran.

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Warum würden Sie sich persönlich auch heute noch für den Einstieg bei der Staufen AG entscheiden?

Wir sind ein tolles, engagiertes und motiviertes Team und haben Spaß daran, unsere Kunden ganzheitlich voranzubringen und weiterzuentwickeln. Für mich persönlich gibt es nichts Aufregenderes und Spannenderes, als Berater zu sein. Man ist täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert: unterschiedliche Kunden, Produkte, Prozesse, Unternehmenskulturen, internationale sowie multikulturelle Zusammenarbeit.

Welchen Tipp können Sie jungen Beratern für eine erfolgreiche Karriere im Consulting geben?

Ich denke, als Berater muss man vor allem authentisch sein. Nur so können wir auch die Mitarbeiter unserer Kunden begeistern und auf dem Weg der Verbesserung mitnehmen. Ansonsten kann ich nur jeden dazu ermutigen, sich regelmäßig das Feedback von Kollegen und Kunden einzuholen, über sich selbst zu reflektieren und sich so weiterzuentwickeln.


Zur Person

Michael Hahn ist seit 2018 im Vorstand der Staufen AG verantwortlich für das operative Beratungsgeschäft und die Personalentwicklung. Seine Beratungsschwerpunkte sind die Entwicklung und Implementierung globaler Wertschöpfungssysteme und Programme sowie die Befähigung und Begleitung von Führungskräften und Lean Experten im Veränderungsprozess. Begleitend zu seinem Studium der Kunststofftechnik sammelte er zunächst Erfahrungen in der Industrie bei der Robert Bosch GmbH. Beim japanischen Fabrikplanungsunternehmen Chiyoda begleitete er als Projektingenieur internationale Greenfieldprojekte für OEMs in der Automobilindustrie. Ein wesentlicher Fokus lag hier in der Planung und Realisierung eines neuen Werkes für die Daimler AG in Juiz de Fora, Brasilien. Seit seinem Einstieg in das Beratungsgeschäft bei der Staufen AG 1999 verantwortete er Lean Projekte und Trainingsprogramme unter anderem in der Prozess- und Automobilindustrie. Vor seiner Berufung in den Vorstand leitete Michael Hahn die Business Unit ‚Operational Excellence’.

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