EY und Deloitte knacken mit ihren Jahresergebnissen neue Rekorde

Die Berichtssaison gegen Ende des dritten Quartals eines jeden Jahres liefert regelmäßig einen Überblick darüber, wie sich das Geschäft bei PwC, Deloitte und EY entwickelt hat. KPMG als letzter Vertreter im Kreise der Big Four berichtet stets mit drei Monaten Verzögerung und gibt seine Zahlen erst Mitte Dezember bekannt.

Zwischenzeitlich liegen die Ergebnisse von EY und Deloitte für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 vor und es lässt sich wiederum feststellen: Die Party geht weiter! Beide Firmen konnten weltweit um rund 7 Prozent wachsen (EY um 7,8 %, Deloitte um 7,1 %) und erzielten somit jeweils ein neues Rekordergebnis. Während Deloitte nun insgesamt bei 38,8 Milliarden US-Dollar (2016: USD 36,8 Mrd.) landete, konnte EY die Schallmauer von USD 30 Milliarden durchbrechen und satte USD 31,4 Mrd. umsetzen.

Beide Firmen gründen ihren Erfolg auf Themen wie Innovation und digitale Transformation, die zuletzt massive Treiber des Wachstums darstellten und in der Zukunft noch stärker ausgebaut werden sollen. Einige Schlaglichter hierzu:

EY…

  • beschäftigt aktuell 18.000 Data-Analytics-Experten und 2.100 Data Scientists.
  • bietet mit „GigNow“ eine neue Online-Plattform an, über die sich Freelancer direkt auf EY-Projektengagements verkaufen können.
  • blickt aktuell auf 15 EY wavespace Innovation-Center, in denen rund um Artificial Intelligence, Blockchain oder Robotic Process Automation (RPA) entwickelt wird – bereits heute setzt EY nach eigenen Angaben rund 1.100 Roboter zur Unterstützung des laufenden Geschäfts ein.

 

Deloitte…

  • baut die strategischen Kooperationen mit den Technologieunternehmen Amazon Web Services, Facebook, HP, Oracle und SAP weiter aus.
  • konnte ein weltweites Netzwerk an Cyber Intelligence Centern aufbauen, um Kunden einen besseren Schutz vor Cyberkriminalität zu bieten.
  • baute Robotic Process Automation Center of Excellence auf und etablierte fünf Kollaborationen mit RPA-Anbietern weltweit.
Deloitte 2017
Quelle: Deloitte Touche Tohmatsu Ltd.

Neben der globalen Perspektive lohnt der Blick auf die Situation im deutschen Markt: Während Deloitte mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Jahr 2017 den Titel der größten Professional Service Firm weltweit vor Verfolger PwC verteidigen wird, ist man in Deutschland vergleichsweise klein und rangiert auf Platz 4 des Big-Four-Rankings. In Deutschland dominiert PwC den Markt der „Multispezialisten“, was Mitarbeiter- und Umsatzgröße insgesamt betrifft.

Mit dem Schwung des weltweiten Wachstums und getrieben durch massive Investitionen von Deloitte USA konnte die deutsche Einheit bereits in diesem Jahr das für 2020 gesteckte Ziel erreichen: Man konnte zwischenzeitlich eine Umsatzgröße in Höhe von EUR 1,336 Milliarden realisieren. In Deutschland wuchsen alle Geschäftsbereiche zweistellig, das Consulting erreichte eine Steigerung um bemerkenswerte 36 %, nachdem man bereits im Vorjahr um 37 % zulegegt hatte. Martin Plendl gab sich bei der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse folglich sehr optimistisch:

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Martin Plendl, CEO Deloitte Deutschland (Quelle: Deloitte Touche Tohmatsu Ltd.)

„Wir sind führend beim Wachstum und wollen dies auch bleiben. Bis 2020 werden wir den Abstand zur Konkurrenz stark verringern. Wir werden nicht mehr die Nummer vier sein“. Während PwC Deutschland im Jahr 2015/2016 mit EUR 1,9 Mrd. deutlich die Nase vorne hatte, rangieren EY und KPMG auf Augenhöhe – beide erzielten rund EUR 1,6 Mrd. Umsatz. Um die Lücke zu füllen und EY oder KPMG überholen zu können, wird Deloitte tatsächlich kräftig über dem Niveau des Wettbewerbs wachsen müssen. Für das anstehende Geschäftsjahr 2018 rechnet Deloitte bereits mit einer Steigerung von „mindestens 10 Prozent“.

Man wird sehen, ob der Wachstumsmotor bei der Konkurrenz in den kommenden zwei, drei Jahren ins Stottern geraten wird. Auch wenn EY seine Vision 2020 verfehlen und vermutlich nicht auf der Marke von USD 50 Milliarden Umsatz bis ins Jahr 2020 landen wird, ist eine Abkühlung des Geschäfts derzeit bei keiner der Big Four abzusehen. Die Konkurrenz um Marktanteile und Köpfe wird in den kommenden drei Jahren sicherlich zunehmend größer.

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