Wie die britische Online-Plattform The Register soeben berichtet, könnte Oracle in Erwägung ziehen, das rund 400.000 Mitarbeiter starke Beratungshaus Accenture aufzukaufen. Wie vertrauliche Quellen berichtet hätten, habe Oracle Berater für eine Due Diligence abgesandt, die nun eine mögliche Akquisition von Accenture unter finanziellen und synergetischen Aspekten prüfen sollen.

Die beiden Firmen – der Softwaregigant und der Beratungskonzern – sind sich deutlich näher als man im ersten Moment meinen könnte: Beide Firmen pflegen enge Kooperationen, Accenture ist für Oracle ein guter Vertriebskanal für den Lizenzvertrieb und die Implementierung der eigenen Software. Vor zwei Jahren wurden die guten Beziehungen mit der Gründung einer gemeinsamen Geschäftseinheit (Accenture Oracle Business Group), die den Geschäftskunden den Umstieg in innovative, cloud-basierte Technologien erleichtern soll, nochmals vertieft. Zur Verdeutlichung der Dimensionen dieser Zusammenarbeit: Die betreffende Einheit umfasste bereits beim Start 52.000 Oracle-Berater sowie weitere 20.000 Java-Entwickler.

Oracle hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach zugeschlagen und Firmen wie PeopleSoft (der Preis für die Akquisition lag bei rund $ 10 Milliarden), Sun Microsystems ($ 7,4 Mrd.) oder Netsuite ($ 9,3 Mrd.) gekauft. Der hier diskutierte Deal mit Accenture würde Oracle ungleich teurer zu stehen kommen: Mit einer Marktkapitalisierung von etwa $ 77,5 Mrd. ist Accenture ein Schwergewicht – die Anteilseigner würden sich den Verkauf sicherlich mit barer Münze auszahlen lassen und daher ein exzellentes Angebot von Oracle erwarten.

Wenn diese Gerüchte tatsächlich stimmen, stellt sich die Frage, wie weit gediehen dieser mögliche Deal ist. Eine namentlich nicht genannte Quelle bringt es wie folgt auf den Punkt: „If buying Accenture was a 100 metre race, Oracle is at the 10 to 15 metre stage now“. Es gäbe demnach noch ein paar Meter zu laufen, um ins Ziel zu kommen.