BDU-Geschäftsklima-Index sinkt leicht und zeigt differenziertes Marktbild

Der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) erhobene Geschäftsklima-Index für die Consulting-Branche ist zwar im Vergleich vom dritten auf das vierte Quartal 2021 leicht von 111,0 auf 108,3 gesunken, insgesamt liegt die Branche aber immer noch nahe am Allzeithoch vom Dezember 2012 (112,7). Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Institutes für die Gesamtwirtschaft sank im Vergleichszeitraum von 98,8 auf 94,7.

Die Geschäftslage Ende Dezember 2021 beurteilen die Unternehmensberater etwas schwächer als im 3. Quartal. Die Prognose für die kommenden sechs Monate fällt zuversichtlich aus. Knapp die Hälfte der Consultants gab in der BDU-Befragung an, mit günstiger werdenden Geschäftsbedingungen zu planen. Lediglich sechs Prozent erwarten eine ungünstigere Geschäftsentwicklung.

Ralf Strehlau, BDU-Präsident

BDU-Präsident Ralf Strehlau: „Wir sind natürlich mit der Geschäftsentwicklung in unserer Branche insgesamt sehr zufrieden. Allerdings muss man auch konstatieren, dass nicht alle Consulting-Unternehmen gleichermaßen von der guten Kundennachfrage profitieren. Tendenziell äußern sich beispielsweise IT-Berater zufriedener als HR-Berater oder große Unternehmensberatungen positiver als kleine.“

Kleinstberatungen durch Pandemie in struktureller Misere

82 Prozent der großen Marktteilnehmer mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz gaben für Q4 2021 an, über ihren eigentlichen Budgetplanungen zu liegen. In der Umsatzklasse 10 bis 50 Millionen Euro Umsatz beträgt dieser Anteil 77 Prozent. Im Vergleich: Kleinere Unternehmensberatung mit einem Umsatz unter 1 Million Euro kommen auf einen deutlich niedrigeren Anteil von unter 50 Prozent. Die Ursache: Die seit einigen Jahren bereits erkennbaren strukturellen Veränderungen im Consultingmarkt sind durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie nochmals beschleunigt worden. Einzelberatung ist viel stärker auf die Vor-Ort-Beratung ausgerichtet und aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen mehr betroffen als beispielsweise das Beratungsgeschäft von großen Marktteilnehmern mit stärkeren IT-Geschäftsanteilen.

Optimistischer zeigen sich im Q4 2021 wieder die Sanierungsberater, hier ist der Geschäftsklima-Index innerhalb von drei Monaten von 89,1 auf 95,4 gestiegen. Dagegen hat die Stimmung unter HR-Beratern merklich gelitten, der Indexwert ist von 106,1 auf 98,3 gesunken. In diesem Beratungssegment, in dem oftmals Training und Coaching angeboten wird, wirken sich die Corona-Einschränkungen beim persönlichen Kundenkontakt besonders nachteilig aus.


Bildquelle: BDU

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