Aktuelle Lünendonk-Liste für Management Consulting dokumentiert Eintrübung

Die fünfzehn führenden Managementberatungen mit Hauptsitz in Deutschland erzielten 2019 weltweit rund 2,8 Milliarden Euro mit in Summe 12.600 Mitarbeitern. Dies ist eines der Hauptergebnisse der aktuellen Lünendonk-Studie zum Management-Consulting-Markt in Deutschland.

Auch im Jahr 2020 ist Roland Berger das größte Managementberatungshaus mit deutschem Ursprung. Im fünften Jahr in Folge wuchs dessen Umsatz deutlich auf rund 650 Millionen Euro im Jahr 2019. An zweiter Stelle folgt Simon-Kucher & Partners mit einem Gesamtumsatz von nahezu 360 Millionen Euro. Mit einer Wachstumsrate von über 15 Prozent zählt das Unternehmen auch dieses Jahr wieder zu den wachstumsstärksten Managementberatungsunternehmen. In diesem Jahr erstmals zu den Top 3 der deutschen Managementberatungen zählt Q_Perior aus München mit einem Gesamtumsatz von 214 Millionen Euro.

Jonas Lünendonk, geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk & Hossenfelder

„Aus meiner Sicht gab es in diesem Jahr relativ wenige Überraschungen“, so kommentiert Jonas Lünendonk, geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk & Hossenfelder, die Ergebnisse im exklusiven Gespräch mit der CONSULTANT career lounge. „Nach extremen Wachstumsjahren in 2015 bis 2018 merkte man im Jahr 2019 eine erste Eintrübung im Markt. Ins Auge fällt beispielsweise, dass bei einigen Beratungsunternehmen nach vier Jahren mit starkem Wachstum die Dynamik nachgelassen hat“.

Rasantes Wachstum in der Beratung kein Selbstläufer mehr

Zwar wuchsen die 15 größten Managementberatungen deutschen Ursprungs um circa 6,2 Prozent und die führenden internationalen Beratungskonzerne um geschätzt rund 8 Prozent, Wachstumsraten in zweistelliger Höhe, wie sie zuvor zur Normalität zu gehören schienen, sind zuletzt jedoch kaum noch erzielt worden. Welches Geschäftsmodell in der Beratung sich in einem schwierigeren Marktumfeld besser entwickelt? Hierzu kommentiert Lünendonk: „Es ist festzustellen, dass sich Unternehmensberatungen, die einen funktionalen Fokus haben, besser entwickeln, als jene, die einen Branchenfokus aufweisen. Zwar hilft eine Branchenfokussierung kurzfristig, um schnell zu wachsen, aber das Risiko von Rückschlägen ist höher und die Zahl potenzieller Kunden kleiner. Bei einer hohen Branchendurchdringung hilft dann nur der Schritt ins Ausland, um Wachstum zu generieren, und dieser ist für Beratungen üblicherweise recht schwer“.

Data Analytics, Digital Experience und die Entwicklung neuer Wertschöpfungsmodelle jenseits von ‚time and material‘ werden in den kommenden Jahren das Beratungsgeschäft stark prägen.

Jonas Lünendonk

Nachdem der BDU-Geschäftsklimaindex für den Beratungsmarkt im März seinen Tiefpunkt erreicht hatte, war der Index in der Mai-Befragung wieder deutlich positiver. Viele Unternehmensberatungen mussten während der akuten Corona-Lockdown-Phase mit Instrumenten wie Homeoffice und Kurzarbeit reagieren. Jonas Lünendonk sieht in der jüngsten Krise auch eine Chance für deutsche Beratungshäuser: „Es wird interessant zu sehen sein, ob sich durch Remote Work im Consulting zukünftig auch der deutsche Beratungsmarkt für europäische und weltweite Anbieter öffnet. Die Akzeptanz für Berater, die nicht ständig vor Ort sind, ist durch den Corona-Lockdown gewachsen“.


Die aktuelle Lünendonk-Liste 2020: „Führende Managementberatungs-Unternehmen in Deutschland“ kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

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