Aktueller Consulting-Markt: Volle Auftragsbücher und Preiserhöhungen

Die Auftragslage bei Unternehmensberatungen ist typischerweise ein valider Frühindikator für die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Situation. Trotz  mahnender Stimmen, wonach sich die konjunkturelle Lage aufgrund von Brexit, Handelsstreit und weiteren Risiken rapide verschlechtern könne, zeigt eine aktuelle Lünendonk-Studie zum Beratungsmarkt in Deutschland nun: Das Geschäft der Consultants entwickelt sich vorerst so prächtig, dass mit großer Wahrscheinlichkeit sogar Preiserhöhungen anstehen.

Im Gespräch mit der Consultant Career Lounge stellt Jonas Lünendonk, geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk & Hossenfelder GmbH, fest: „Es gibt zwei Phänomene, die ich interessant finde: Anfang der 2010er Jahre hieß es noch, dass das Geschäftsmodell Strategieberatung unter Druck kommt – heute sind Strategieberater lebendiger und erfolgreicher denn je. Gleichzeitig hieß es, dass die mittelständischen Unternehmensberatungen strukturell unter Druck geraten würden und stuck in the middle seien – auch hier ist zu konstatieren, dass sich mittelständische Berater mit Umsatzgrößen zwischen 15 und 50 Millionen Euro heute glänzend am Markt verkaufen können“. Lünendonk fügt hinzu: „Trotz aller pessimistischen Rufe: Einen Bedarf an kreativer, individueller Problemlösungskompetenz wird es immer geben“.

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Jonas Lünendonk (© Lünendonk & Hossenfelder GmbH)

Und dies belegt die aktuelle Lünendonk-Studie eindeutig: Während die nach Umsatz führenden Unternehmensberatungen im Jahr 2017 um über 12 Prozent wuchsen und für das laufende Jahr von einem weiteren Wachstum von mehr als 12 Prozent ausgehen, sieht es bei den mittelständischen Beratern sogar noch positiver aus: Sie konnten 2017 um 20 Prozent wachsen und planen für 2018 mit einem erneuten Wachstum in Höhe von mindestens 15 Prozent.

„In der aktuellen konjunkturellen Situation verfügen Auftraggeber derzeit über ausreichendes Kapital, das sie auch massiv in Dienstleister investieren können“, so Marktanalyst Lünendonk. Dass dem so ist, nehmen selbstverständlich auch die Berater wahr, weshalb sie sich in Bezug auf Preiserhöhungen sehr selbstbewusst positionieren: „Eine Mehrheit der Berater traut sich in dieser Marktlage Preiserhöhungen zu. Vor Jahren gab es bereits eine ähnliche Zustimmungsrate in Bezug auf Preiserhöhungen. Die sank im Zuge der Finanzkrise bis 2012 auf 26 Prozent ab und stieg nun sukzessive auf über 50 Prozent an aufgrund der hohen Nachfrage“, fasst Lünendonk zusammen. „Ein höherer Preispunkt lässt sich insbesondere bei Themen durchsetzen, die nicht zur Commodity zählen, sondern einen relevanten Kundennutzen bieten – zum Beispiel im Bereich agiler Methoden und Innovation“. Während Consultants zuletzt durchschnittlich rund 11 Prozent ihrer Services rund um die digitale Transformation verkauften, wolle man diesen Anteil bis Ende des Jahres 2018 bereits auf 15 Prozent gesteigert haben.

Mit dem Blick nach vorne mahnt Lünendonk: „Es gibt jedoch eine Gefahr, die ich in diesem Zusammenhang sehe: Was passiert eigentlich mit den gut bezahlten Beratern, die man aktuell rekrutiert, wenn die Volatilität des Marktes zuschlägt und die Wirtschaft in eine Rezession schliddert?“


Zur Studie: „Lünendonk®-Studie 2018: Managementberatung in Deutschland

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