Consulting-Monitor 2015: Consulting wird digitaler, jünger, fluider – und bietet individuelle Chancen

In welche Richtung entwickelt sich der Beratungsmarkt? Dem Pessimismus des vergangenen Jahres folgt eine zunehmend konkretere Vision vom Beratungsmarkt der Zukunft. So lassen sich die aktuellen Ergebnisse des Consulting-Monitors 2015 von Odgers Berndtson im Vergleich zum Vorjahr interpretieren. Die gesamte Studie ist kostenfrei abrufbar, indem Sie auf das nachfolgende Bild klicken.

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Consultants nehmen noch immer den dramatischsten Wandel seit Entstehen ihres Industriesegments Ende des 19. Jahrhunderts wahr. Zentrale Pfeiler ihrer Tätigkeit – wie beispielsweise das feste Honorarmodell oder der Kompetenzvorsprung gegenüber dem Kunden – geraten ins Wanken und lassen sich nicht mit flüchtigen Schönheitsreparaturen am Geschäftsmodell stabilisieren. Vielmehr sind derzeit Innovation und Mut zu Neuem gefragt. Jene Beratungshäuser, die in der Lage sind, ihren Mehrwert präzise herauszuarbeiten, und im Kopf des Auftraggebers gelistet sind, haben gute Erfolgsaussichten für die Zukunft. Exzellente Mitarbeiter sind und bleiben in diesem Zusammenhang die entscheidende Größe.

Freelance-Modelle werden zunehmend zur Konkurrenz für Beratungshäuser – der Kampf um die Talente intensiviert sich

Der Konkurrenzkampf um die Talente im Markt verschärft sich seit Jahren – die größte Zahl ihrer Mitarbeiter werden Unternehmensberatungen, gewollt oder ungewollt, nach wie vor an die Industrie verlieren. Dies bleibt Teil der natürlichen Karriereevolution von Consultants. Doch es gibt auch neue, ernst zu nehmende Konkurrenz in der Arena: Online-Plattformen für Freelancer schicken sich an, Unternehmensberatern den Sprung in die Selbstständigkeit durch höhere Transparenz zu erleichtern. Bereits heute stellen die Befragten fest, dass Freelance-Consulting eine Arbeitsform ist, die sich etablieren und den Markt dauerhaft ergänzen wird. Auch Startups und Digitalfirmen üben eine immer stärkere Strahlkraft auf hochqualifizierte Potenzialträger aus.

41% stimmen zu, dass Online- Freelance-Plattformen künftig den klassischen Consulting-Firmen spürbar Marktanteile abnehmen werden.
41% der Befragten stimmen zu, dass Online-Freelance-Plattformen künftig den klassischen Consulting-Firmen spürbar Marktanteile abnehmen werden.

Was können Beratungsgesellschaften tun, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein und zu bleiben?

Ein höheres Gehalt alleine wird ganz sicher keine entscheidende Rolle spielen. Einen der höchsten Zustimmungswerte der gesamten Studie erzielt die Aussage, dass Beratungen künftig ein Arbeitsumfeld bieten sollten, welches den Lebensumständen und Erwartungshaltungen der jungen Mitarbeitergenerationen besser entspricht. Zusammengefasst lassen sich die folgenden Aspekte finden, die in diesem Kontext besonders wichtig sein werden:

  1. Stärkere Partizipation – Möglichkeiten der Beteiligung am Unternehmen über Aktien/Equity
  2. Kultur – Wertschätzung, Respekt, Anerkennung und Authentizität
  3. Flexibilisierung – Zeitliche und räumliche Freiräume
  4. Förderung – Exzellente Programme für das life long learning
  5. Inhaltliche Herausforderung – Vielfältige und herausfordernde Arbeitsinhalte

Darüber hinaus ist eine weitere Frage ganz entscheidend: Werden es Beratungen zukünftig schaffen, sich diejenigen Bereiche des Arbeitskräftereservoirs zu erschließen, die sie bisher zu wenig ausschöpften – Industriekandidaten und Mütter? Erst wenn die Firmen in der Lage sind, eine noch bessere Integration von gestandenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus Industriepositionen zu leisten und flexiblere Arbeitskonditionen für Beraterinnen mit Kind zu bieten, können sie in signifikantem Umfang auf diese Talentpotenziale zurückgreifen. Ohne entsprechende Anstrengungen wird es gerade den großen Beratungshäusern in den kommenden Jahrzehnten vermutlich nicht möglich sein, die bewährten Arbeitsmodelle aufrecht zu halten.

Der einzelne Berater und die einzelne Beraterin können auch in diesem Jahr als Gewinner der Befragung ausgemacht werden. Sie sehen immer zahlreichere Alternativen für ihren persönlichen Karriereweg und können aktiv den Wandel ihrer Branche mitgestalten. Diese Perspektiven lassen optimistisch stimmen.


Bei dem hier aufgeführten Beitrag handelt es sich um den Originaltext der Studie (Kommentar, Seite 24ff.). Der Studienautor ist gleichzeitig auch Herausgeber der Consultant Career Lounge.

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