Noch Mitte Dezember hatten Roland Berger und Rocket Internet eine strategische Zusammenarbeit und den Aufbau eines Super-Inkubators angekündigt, der Startups mit digitalem Geschäftsmodell aufbauen wollte. Als Zeitplan für den Aufbau dieses neuen Kooperationsmodells wurden sechs Monate bis zur Realisierung anvisiert.

Heute, etwa sechs Monate später, vermeldet das Online-Portal Gründerszene in diesem Zusammenhang eine pikante Nachricht. Nach Rückfrage bei Rocket Internet heißt es:

 

Nicht nur sei der Zeitraum hinfällig – es sei überhaupt nichts Derartiges in der Umsetzung. Es möge Gespräche zu dem Thema gegeben haben, sagte ein Sprecher gegenüber Gründerszene. Doch der Plan für einen gemeinsamen Inkubator sei eine Aussage seitens Roland Bergers gewesen, die man so nicht bestätigen könne. Mehr könne man dazu nicht sagen.

 

Selbst die Rückmeldung von Roland-Berger-Seite liest sich nicht positiver – man verweist darauf, dass es in nächster Zeit „Entwicklungen“ geben werde. Zu weiteren Kommentaren ließen sich die Berger-Berater nicht hinreißen. Wie diese Entwicklungen nun letztlich ausfallen werden, ist somit vollkommen offen. Handelt es sich bei der Verlautbarung im Dezember nur um heiße Luft? Gab es im Hintergrund Reibereien zwischen Roland Berger und Rocket Internet? Insbesondere die Samwer-Brüder gelten in der Szene als impulsiv und launenhaft.

Für die Zukunft des Strategieberatungshauses Roland Berger ist eine exzellente Positionierung im Themenfeld Digital und Digital-Venturing von enormer Bedeutung. Gerade Roland Berger steht ein trennscharfes Kompetenzprofil im Konzert der großen Beratungshäuser sehr gut zu Gesicht, wenn man schon nicht in allen Regionen der Welt gleichermaßen stark positioniert ist. Insbesondere das fehlende Gewicht im wichtigen nordamerikanischen Strategieberatungsmarkt ist hier als derzeitiges Problemfeld zu nennen.

Was nun, Herr Bouée? Wie wird sich die Terra Numerata, Roland Bergers Plattform für digitale Geschäftsmodelle, zukünftig realisieren lassen?