Mit der heute bekannt gegebenen Fusion von RBS RoeverBroennerSusat und Mazars formt sich zukünftig der achtgrößte Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsanbieter im Markt. Beide zusammen genommen kommen in Deutschland auf 68 Partner, rund 1.000 Mitarbeiter, einen Jahresumsatz in Höhe von etwa 110 Millionen Euro und überholen damit Gesellschaften wie Baker Tilly Roelfs und Warth & Klein. Nur zum Vergleich: Die großen Vier – PwC, KPMG, EY und Deloitte – sind in der Lage, mindestens das Zehnfache an Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsumsatz zu generieren.

Markterschütterungen durch EU-Regulation

Der aktuelle Deal wirft ein Schlaglicht auf die Entwicklung innerhalb der Wirtschaftsprüfungsszene – und das mit Auswirkungen auf das Consulting. Durch die Vorgaben des EU-Binnenkommissars Barnier sind börsennotierte Firmen sowie Banken und Versicherungen ab 2016 daran gebunden, alle zehn Jahre den Wirtschaftsprüfer auszutauschen. Teilen sich zwei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften das Mandat, können sie bis zu 24 Jahre lang ein Unternehmen prüfen. Weiterer Bestandteil der EU-Regulierung ist die Limitation von Beratungsleistungen innerhalb von Kundenunternehmen, bei denen zugleich geprüft wird.

Zwar konnte sich Barnier nicht damit durchsetzen, alle sechs Jahre rotieren zu lassen und die Prüfungstätigkeiten strikt von den Beratungsleistungen zu trennen, dennoch haben die Anfang 2014 beschlossenen Regeln tiefgreifende Implikationen: Die Big Four werden zukünftig aus langjährigen Prüfungsmandaten herausrotieren. Wie das manager magazin feststellt, werden bis zum Jahr 2025 vierundzwanzig der Dax-30-Konzerne ihren Abschlussprüfer wechseln. Können somit die kleineren Wirtschaftsprüfer auf Großmandate oder verstärkt auch Joint-Audit-Mandate hoffen? Vermutlich nicht, da die Komplexität der veröffentlichungspflichtigen Mandate bei börsennotierten Gesellschaften gemäß § 319a HGB die Ressourcen der kleinen Häuser übersteigt.

Gegebenenfalls werden eher die Big Four in den Kundensegmenten der so genannten Next Ten wildern und versuchen, deren bisherige Mandate zu gewinnen. In Konsequenz heißt dies, dass es unter den kleineren Wirtschaftsprüfern vermutlich zu weiteren Fusionen kommen wird und sich manche mittelständische Wirtschaftsprüfung verstärkt auf das Geschäft mit dem Consulting oder auf die Steuerberatung fokussieren wird. Zusätzliche Konkurrenz für die angestammten Unternehmensberatungen.

Unterschiedliche Stärke, harmonisierte Marke

Zukünftiges Markenlogo von Roever Broenner Susat Mazars © Mazars

Zukünftiges Markenlogo von Roever Broenner Susat Mazars © Mazars

Zwar ist RBS RoeverBroennerSusat in Deutschland die größere der beiden Gesellschaften, im globalen Vergleich ist jedoch Mazars die deutlich größere Gruppe: Während für RBS insgesamt 750 Mitarbeiter tätig sind, gibt es bei Mazars weltweit alleine 770 Partner – das Unternehmen umfasst insgesamt 15.000 Mitarbeiter. Mit diesen Größenunterschieden stellt sich zugleich die Frage nach dem neuen Brand: Hier hat man nun vorerst entschieden, in Deutschland als Roever Broenner Susat Mazars zu firmieren, jedoch unter der Marke Mazars aufzutreten und das Mazars-Logo zu verwenden.