Trotz anhaltender konjunktureller Schwäche zeigt sich der deutsche Beratungsmarkt widerstandsfähig. Laut aktueller Lünendonk-Liste 2025 steigerten die 20 führenden deutschen Unternehmensberatungen ihren Umsatz im Jahr 2024 im Schnitt um 7,5 Prozent – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (12,5 %). Die größten internationalen Beratungshäuser in Deutschland verzeichneten ein durchschnittliches Wachstum von 7,3 Prozent (2023: 8,4 %). Gleichzeitig geht die Schere zwischen wachsenden und rückläufigen Beratungen weiter auseinander – ein Zeichen für zunehmende Marktkonsolidierung, befördert unter anderem durch verstärkte Private-Equity-Aktivitäten.
Der Gesamtmarkt in Deutschland wuchs laut BDU auf ein Volumen von 48,7 Milliarden Euro (2023: 46,7 Mrd. €). Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch anhaltende Nachfrage in den Bereichen Restrukturierung, Sanierung und KI-Beratung. Für 2025 wird mit einem weiteren Anstieg um 6,4 Prozent gerechnet. Zugleich bleiben Nachhaltigkeitsthemen im Beratungsalltag unterrepräsentiert: ESG-bezogene Projekte machten 2024 im Median nur sechs Prozent aller Kundenprojekte aus.

Roland Berger verteidigt Spitze, d-fine springt auf Platz 3, Advyce mit größtem prozentualen Wachstum
In der Lünendonk-Liste der Top 20 deutschen Managementberatungen führt Roland Berger trotz Umsatzrückgangs weiterhin das Feld an. Simon-Kucher (+5,8 %), d-fine (+16,9 %) und Horváth (-4,9 %) folgen. Mit einem Wachstum von 55,8 Prozent ist das durch Private Equity beflügelte Haus Advyce & Company der prozentuale Spitzenreiter. Im internationalen Ranking dominieren weiterhin die Big Four, angeführt von Deloitte und Accenture mit jeweils mehr als 30 Milliarden Euro Umsatz. FTI Consulting ist nach der Übernahme von Andersch im Jahr 2019 und weiterem Wachstum in der Folge als neuer Player bei Lünendonk erstmals gelistet.
Der Ausblick verheißt Positives
Die Prognosen für 2026 sind optimistisch: Die deutschen Top 20 rechnen mit einem durchschnittlichen Wachstum von 12,9 Prozent, die internationalen mit 9,2 Prozent. Vor allem KI wird von 69 Prozent der Studienbeteiligten als zentraler Wachstumstreiber gesehen. Gleichzeitig verändert sich das Marktmodell: Immer häufiger werden klassische Beratungsleistungen mit Managed Services, technischer Umsetzungskompetenz und internationalem Delivery kombiniert.
