Der Geschäftsklimaindex der Consultingwirtschaft, der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) herausgegeben wird, sinkt auch im letzten Quartal 2024 nochmals und setzt damit seinen Negativtrend fort. Während Sanierungs- und Restrukturierungsberatungen stark gefragt sind, belastet die aktuelle Wirtschaftslage das Geschäft der IT-Beratungen.
Die Abwärtsbewegung des aktuellen Geschäftsklimaindex flacht etwas ab und der Index sinkt „nur“ um 1,5 Punkte auf 87,0 (Q3 2024: 88,5). BDU-Präsidentin Iris Grewe: „Auch wenn eine Aufhellung im Consultingmarkt noch nicht in Sicht ist, so hat sich die Abwärtsdynamik zum Ende des Jahres verlangsamt.“
Sanierungsberatungen mit positivster Geschäftslage
Die aktuelle Geschäftslage wird genauso eingeschätzt wie im dritten Quartal 2024. Diese bewerten 71 Prozent der befragten 328 Beratungen über Budget bzw. im Plan, was den Zahlen des vorherigen Quartals entspricht.

Am besten eingeschätzt wird die Geschäftslage weiterhin von den Sanierungsberatungen (87%), gefolgt vom Bereich Organisations- und Prozessberatung (69%). HR-Beratungen und IT-Beratungen bewerten das Geschäftsklima am schlechtesten, wobei die Stimmung bei den HR-Beratungen sich gegenüber Vorquartal um +3,8% verbessert hat und bei den IT-Beratungen um -7,4% signifikant verschlechtert.
„Vor dem Hintergrund des derzeit erwarteten Anstiegs der Sanierungs- und Restrukturierungsvorhaben wäre es nachvollziehbar, wenn es auch zu einem Nachfrageschub im Bereich der HR-Beratungen käme. Anders liegt es im Bereich der IT-Beratung. In Zeiten unsicherer politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen werden kostspieligere technologische Vorhaben mitunter verkleinert oder vertagt, was durchaus auf die Stimmung in der IT-Beratungsbranche drücken kann“, erklärt Iris Grewe.
Mittelständische Beratungen überwiegend skeptisch – nur ein Segment optimistisch
Betrachtet man die Geschäftsaussichten der nächsten sechs Monate, erwarten 89 Prozent der Sanierungsberatungen gleichbleibendes oder besseres Geschäft, gefolgt von den Strategieberatungen (75%), den HR-Beratungen (74%) und den Organisations- und Prozessberatungen (70%). Die IT-Beratungen konstatieren hingegen nur zu 62% positive Aussichten und erwarten zu 38% einen ungünstigeren Markt.
Aufgeschlüsselt nach den Größenklassen der Unternehmen fällt vor allem auf, dass die Beratungsboutiquen (unter 250.000 Euro) und die Beratungen zwischen 10 Mio. und 50 Mio. Euro Umsatz am negativsten in die Zukunft schauen (-4,7 Punkte). Die Top Player mit über 50 Mio. Euro Umsatz sind mit einem Rückgang von -1,8 Punkten nicht so pessimistisch und Beratungen zwischen 250.000 Euro und 1 Mio. Euro Umsatz sehen sogar eine positive Entwicklung in den nächsten sechs Monaten (+4,4 Punkte).
Titelbild: © Louis Droege
