„Wie sieht die Zeit nach der Krise aus? Wie müssen wir uns zukünftig ausrichten?“ – Interview mit der Personalleiterin der Staufen AG

Lara Schlegel, Head of Human Resources bei der Staufen AG

Frau Schlegel, das Jahr 2020 war sicherlich auch für Ihre Arbeit kein normales gewesen. Wie beschreiben Sie ganz aktuell die Situation rund um HR und Karriere bei der Staufen AG?

Wie auch andere Beratungsunternehmen sind auch wir sicherlich von der Corona-Krise betroffen. Während in den letzten Jahren vor allem Wachstum, Einstellungen und auch Integration von neuen Mitarbeitern im Fokus standen, haben wir in 2020 damit zu kämpfen gehabt, dass Beratungsprojekte nicht wie geplant durchgeführt werden konnten – allein aufgrund der Kontakt- und Reisebeschränkungen, die gesetzlich vorgeschrieben waren. Dies hatte auch Auswirkungen auf unsere Personalarbeit, so dass das Thema Personalbetreuung an Bedeutung gewonnen hat. Den Mitarbeitern Rede und Antwort zu stehen und konkrete Lösungen zu bieten, wie das Beraterleben weitergeführt werden kann, war ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

Gleichzeitig haben wir uns aber auch intensiv damit beschäftigt, in die Zukunft zu schauen. Wie sieht die Zeit nach der Krise aus? Wie muss sich Staufen zukünftig ausrichten? Große Themen sind dabei, wie die Optimierung und Digitalisierung von HR-Prozessen und die Einführung einer HR-IT-Suite, die Definition zukünftiger Kompetenzen und Auswahlkriterien für Staufen Berater/innen sowie die Entwicklung neuer Personalentwicklungs- und Leistungsbeurteilungsinstrumente. Schließlich befassen wir uns beim Thema Karriere damit, unsere Top-Leistungsträger/innen zu identifizieren, zu binden und in Verantwortung zu bringen, damit diese gemeinsam mit uns die Zukunft gestalten.

Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Einstellungen: sind Sie im kommenden Jahr eher darauf aus, junge Einsteiger/innen oder aber erfahrene Berater/innen mit Partnerpotenzial zu gewinnen?

Der Fokus wird darauf liegen, junge, qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen und diese so zu entwickeln, dass sie die Zukunft der Staufen AG mitgestalten können. Auf der anderen Seite haben wir aber auch punktuell Bedarf an erfahrenen Berater/innen, die ihre Erfahrung und ihre Kontakte bei uns einbringen.

Was würden Sie sagen, warum sollte man sich heutzutage für den Einstieg in die Beratung im Allgemeinen und für den Einstieg bei der Staufen AG im Speziellen entscheiden?

Ich bin davon überzeugt, dass man sich in der Beratung fachlich, aber auch persönlich überdimensional schnell weiterentwickelt und eine steile Lernkurve vollzieht, indem man Einblick in verschiedene Unternehmen und Branchen nehmen kann. Man kann innerhalb kürzester Zeit Verantwortung übernehmen und die Fähigkeit entwickeln, sich schnell auf verschiedene Kontexte einstellen zu können.

Es ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal, dass unsere Nachwuchskräfte ganz besonders schnell Verantwortung im Projekt übernehmen dürfen.

Lara Schlegel

Speziell auf Staufen ausgerichtet, ist es sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal, dass unsere Nachwuchskräfte ganz besonders schnell Verantwortung im Projekt übernehmen dürfen. Das heißt, ein Einstieg bei uns geht nicht nur mit konzeptioneller Arbeit im Hintergrund und Folienmalen einher. Unsere jungen Berater/innen sind von Beginn an beim Kunden direkt aktiv, begleiten Workshops, führen diese auch im ersten Jahr zum Teil bereits eigenständig durch.

Des Weiteren steht Staufen für eine ganzheitliche Transformation. Wir möchten unsere Kunden ganzheitlich entwickeln und sind dadurch in unterschiedlichen Themenbereichen tätig – von Einkauf und Logistik über die Produktion bis zum Vertrieb und finanzwirtschaftlichen Themen. Wir haben zum Ziel, für das Unternehmen ganzheitlich Wert zu generieren und das bietet unseren Mitarbeitern/innen die Gelegenheit, Einblick in verschiedene Projektthemen zu nehmen und sich dadurch auch fachlich in verschiedene Richtungen weiterzuentwickeln.

Staufen als wachsendes Unternehmen in neuen Beratungsfeldern bietet für junge Berater/innen vielfältige und interessante Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten und viel Raum, um mitzugestalten. Bei uns als mittelständischem Unternehmen werden sehr gute Mitarbeiterleistungen sichtbar und Leistungsträger können individuell gefördert werden.

Was hat denn die Lean-Philosophie, die ja bereits im Gründungsgedanken der Staufen AG fest verankert war, in Zukunft noch für eine Relevanz?

Lean war immer unser Fundament und Lean wird auch in der Zukunft unser Fundament bleiben. Es ist aber nicht mehr das alleinige Fokusthema: Es gibt weitere Themen wie Digitalisierung und Supply Chain Management, die den Lean-Gedanken ergänzen und die wir weiter professionalisieren möchten.

Darüber hinaus sind die Gestaltung und Entwicklung von Organisationen sowie die professionelle Begleitung von Veränderungsprozessen ein wichtiger Teil unseres Beratungsansatzes. Unsere Mission lautet, Kunden im Rahmen einer ganzheitlichen Transformation zu entwickeln. Wir verschmelzen den Ansatz der Fachberatung, für den das Thema Lean stark steht, mit dem Ansatz der Organisationsberatung. Dies bedeutet eine Weiterentwicklung unseres Staufen-Beratungsansatzes, auch für unsere Mitarbeiter.

Und welche Interessen sollte man für den Einstieg bei der Staufen AG mitbringen?

Ganz klar: Man sollte Spaß an der Beratung haben. Daran, den Kunden weiterzuentwickeln, für den Kunden die beste Lösung zu generieren. Man sollte Freude an Herausforderungen mitbringen und sich selbst ständig weiterentwickeln und professionalisieren wollen. Nicht zuletzt ist die Freude am Reisen ein wichtiger Faktor…

Im Unterschied zu vielen anderen Beratungsunternehmen fokussiert sich Staufen nicht ausschließlich auf die Entwicklung von Konzepten, sondern ebenfalls auch auf die Umsetzung der Themen beim Kunden vor Ort, um nachhaltig Veränderungen zu bewirken. Unsere Mitarbeiter sollten demnach Spaß daran haben, mit Menschen zu arbeiten und nicht ausschließlich auf Strategie und Zahlen fokussiert sein.   

Schließlich legen wir bei Staufen großen Wert auf Teamgeist. Freude, im Team die bestmögliche Leistung zu erzielen, ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Mitarbeit bei Staufen.

Können Sie die Kultur bei Staufen in zwei Sätzen beschreiben?

Die Staufen Kultur basiert auf einem persönlichen und familiären Miteinander über sämtliche Hierarchieebenen hinweg – jeder kann jeden alles fragen kann, es kann offen Feedback eingefordert und gegeben, kontrovers diskutiert und miteinander gelacht werden. Diversität zuzulassen, in Teams unterschiedliche Stärken zu vereinen und immer nach der bestmöglichen Leistung zu streben, sind für mich persönlich die prägendsten Elemente der Staufen Kultur.

Als strahlende Vorbilder für die jungen Berater dienen insbesondere die Partner einer Beratungsgesellschaft. Was bedeutet es, Partner bei der Staufen AG zu sein?

Es bedeutet, sowohl in Richtung des Marktes als auch nach innen in die Organisation Verantwortung zu tragen. Fokusthemen sind, insbesondere bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen, neue Beziehungen aufzubauen, Kunden ganzheitlich zu entwickeln sowie Geschäft und Projekte zu generieren, an denen wir als Staufen weiter wachsen können.

Darüber hinaus haben Partner die verantwortungsvolle Aufgabe, unsere Nachwuchskräfte in Projekten zu fördern, diese als Mentoren über einen längeren Zeitraum zu begleiten, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben und damit die Partner von morgen zu entwickeln.

Tatsächlich sind viele Ihrer aktuellen Partner bereits über viele Jahre im Unternehmen und haben eine interne Karriereentwicklung vollzogen. Vom heutigen Praktikanten zum morgigen Partner – ist dies auch in der Zukunft eine valide Karriereoption, die Sie bieten möchten?

Ganz klar ist unser Ziel, dass wir unsere Top-Leistungsträger an Staufen binden. Demnach soll auch in der Zukunft der Pfad vom Praktikanten zum Partner bei uns möglich sein. Nichtsdestotrotz wissen wir, dass sich die Gesellschaft ändert und die jungen Generationen nicht mehr zwingend ihr gesamtes Berufsleben in einem einzigen Unternehmen verbringen möchten. Dies haben wir realistisch vor Augen. So kann es sein, dass uns Mitarbeiter einige Jahre begleiten und dann ihren persönlichen Fokus ändern möchten. Wir bleiben dann gerne im Kontakt und arbeiten zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls in einem anderen Kontext zusammen.

Welche Persönlichkeitseigenschaften oder Kompetenzen sind aus Ihrer Sicht entscheidend, um in der Zukunft als Berater erfolgreich zu sein?

Wir haben uns dieses Jahr intensiv mit dieser Frage beschäftigt und in diesem Zusammenhang ein Anforderungsprofil für unsere zukünftigen Berater entwickelt. Wir unterscheiden dabei vier verschiedene Kategorien: Kognitive Fähigkeiten, Beratungskompetenzen, Persönlichkeit, aber auch Motivation und Haltung. Um hier einen konkreteren Einblick zu geben: Als besonders wichtig erachte ich das analytische Denkvermögen, Problemlösungsfähigkeit, Selbstreflexionsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit sowie Empathie – also die Fähigkeit, sich in unterschiedliche Situationen, Organisationen und Personen hineinzudenken, um dann als Berater situativ zu handeln und in der Beraterrolle wirksam zu sein. Schließlich die Themen Motivation und Begeisterungsfähigkeit: Nur, wer von seinen Themen begeistert ist und die Motivation besitzt, kontinuierlich besser zu werden, kann dies auch dem Kunden vermitteln.

Mit Ihrer Erfahrung aus dem Recruiting und dem Begleiten von Beratern auf ihrem Karriereweg bei der Staufen AG: Was ist der Tipp, den Sie potenziellen Interessenten an der Staufen AG mit auf den Weg geben möchten?

Mutig und authentisch sein, neue Herausforderungen annehmen, offen kommunizieren, sich regelmäßig Feedback einholen, kritisch über die eigenen Kompetenzen reflektieren und Entwicklungsfelder proaktiv angehen – dann stehen Türen für eine Karriere bei Staufen offen.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch und alles Gute, Frau Schlegel.


Kurzbeschreibung zur Person:

Lara Schlegel ist seit 2021 als Head of Human Resources verantwortlich für den Personalbereich bei der Staufen AG. Seit ihrem Einstieg bei der Staufen AG in 2017 arbeitete sie zunächst in der Rolle als HR Business Partner und später als Managerin Human Resources und verantwortete verschiedene Projekte zu den Themen Potentialeinschätzung, Kompetenzmanagement und Personalentwicklung. Während und nach ihrem betriebswirtschaftlichen Studium mit dem Schwerpunkt Human Resources Management sammelte sie Erfahrung in unterschiedlichen Personalthemen wie Recruiting, Aus- und Weiterbildung und Personalbetreuung. Nebenberuflich unterrichtete sie als Dozentin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg im Fach Personalmanagement und absolvierte eine Ausbildung als systemische Beraterin am Institut für systemische Beratung in Wiesloch.

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